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StimmeErkältung

Plötzlich ist die Stimme weg – die wichtigsten Ursachen und Symptome von Heiserkeit

Gestern noch ausgiebig geredet und gelacht, heute traut sich nur noch ein müdes Krächzen aus dem Hals? Heiserkeit ist ärgerlich, denn sie kann uns buchstäblich auf die Stimme und Stimmung schlagen. Doch haben wir nur unsere Stimmbänder überanstrengt … oder steckt vielleicht noch mehr dahinter?

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Was genau ist eigentlich Heiserkeit?

Grundsätzlich ist Heiserkeit ein Symptom und kein Krankheitsbild an sich. Alles, was uns das Sprechen erschwert und die Stimme rauer, kratziger, angestrengter, leiser, höher oder tiefer klingen lässt, fällt unter diesen Begriff. Verantwortlich dafür sind unser Kehlkopf und die sogenannten Stimmlippen oder Stimmbänder im Hals, die den Klang der Stimme beeinflussen. Wenn sie, wegen einer Entzündung oder Reizung im Hals, nicht mehr frei schwingen, kann uns das richtig die Sprache verschlagen. Glücklicherweise sind die Gründe dafür selten ernst und die Heiserkeit verschwindet meist nach ein paar Tagen wieder von selbst.

Woran erkenne ich die Symptome?

Es kratzt im Hals? Sie haben Räusperdrang oder Schluckbeschwerden? Neben der lästigen Stimmveränderung sind diese Symptome typisch für Heiserkeit bzw. die Kehlkopfentzündung (Laryngitis), die oft dahintersteckt. Ebenfalls häufig sind Veränderungen, die Ihre Stimme schwächer, leiser oder deutlich tiefer klingen lassen, als auch klassische Grippeanzeichen wie Schnupfen, Husten oder Fieber.

Ist die Stimme seit mehr als einer Woche weg oder stark beeinträchtigt? Falls nach etwa 10 Tagen keine Besserung in Sicht ist, lohnt sich der Arztbesuch, um Therapiemöglichkeiten zu besprechen und ernstere Ursachen auszuschließen.

 

Was sind die Ursachen von Heiserkeit? Die wichtigsten Spielverderber auf einen Blick.

Der häufigste Auslöser für Heiserkeit sind simple Viren. Meist steckt hinter dem Stimmverlust nichts weiter als eine unangenehme Erkältung mit allem, was dazu gehört. Sobald sich Kehlkopf oder Stimmbänder entzünden, ist es aus mit der glockenklaren Stimme und jedes Wort wird schnell zur Qual. Neben bakteriellen und viralen Infekten zählen allerdings auch Reizungen und Überanstrengungen zu den üblichen Verdächtigen – plus einige weniger offensichtliche Auslöser.

Stimme schonen Heiserkeit

 

Die wichtigsten Gründe im Überblick:

 

Infekte und Entzündungen

  • Erkältung, Grippe oder grippaler Infekt
  • Klassische Halsentzündung
  • Kehlkopf- und Stimmbandentzündung
  • Chronische Nebenhöhlenentzündung

 

Reizungen

  • Chronisches Sodbrennen oder Reflux, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt
  • Allergische Reaktionen, z. B. auf bestimmte Nahrungsmittel
  • Rauchen, auch passiv
  • Starker Alkoholkonsum
  • Reizung der Atemwege, z. B. durch Gifte, Chemikalien oder Luftverschmutzung
  • Kortison- oder Asthmasprays, die den Hals austrocknen

 

Überanstrengung

  • Starke Beanspruchung der Stimme (zu laut, zu viel, zu lange)
  • Fehlbenutzung der Stimme (siehe unten, besonders betroffene Berufsgruppen)
  • Starkes Räuspern oder Husten

 

Chronisch oder akut? Seltenere Gründe für Heiserkeit

Die meisten bereits genannten Ursachen lassen sich in Eigenregie behandeln oder vermeiden. Manchmal ist Heiserkeit allerdings ein Zeichen für ein selteneres Krankheitsbild wie:

  • Polypen oder Zysten auf den Stimmlippen, besonders bei Vielrednern
  • Rheuma
  • Schilddrüsenerkrankungen wie ein Kropf oder Hashimoto
  • Nervenerkrankungen wie Parkinson
  • Hals-, Speiseröhren-, Kehlkopf- oder Lungenkrebs

Sollten sich die Symptome nicht von selbst legen, ist deshalb nach spätestens zehn Tagen ein Arztbesuch angebracht, um diese sehr unwahrscheinlichen, aber ernsteren Gründe auszuschließen bzw. möglichst früh zu diagnostizieren.

Mehr Informationen:

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Sänger, Schauspieler und mehr: besonders betroffene Berufsgruppen

Für Menschen, die berufsbedingt auf eine kräftige, verlässliche Stimme angewiesen sind, ist es besonders dramatisch, wenn diese plötzlich versagt. Gleichzeitig sind sie besonders oft vom Stimmverlust betroffen: Professionelle Schauspieler, Sänger, Dozenten, Anwälte, Politiker und andere Vielredner können sich durch Schreien, Nonstop-Monologe oder die falsche Stimmlage schnell um Kopf und Kragen reden. Für sie ist eine sogenannte „Stimmhygiene“ besonders wichtig.

Stimmtherapeuten empfehlen Profis, beim Sprechen oder Singen immer tief aus dem Zwerchfell zu atmen, und – wo möglich – verstärkende Mikrofone zu nutzen. Wer seine Stimme vor dem großen Auftritt zusätzlich mit ein paar gezielten Übungen aufwärmt und die richtige, aufrechte „Arbeits“-Haltung einnimmt, hält auf der Bühne automatisch länger durch. Und schließlich gibt es einen guten Grund für das allgegenwärtige Wasserglas am Rednerpult: Es befeuchtet nicht nur, sondern sorgt nebenbei für strategische Sprechpausen. Auch Lutschpastillen sind bei Vielrednern beliebt, da sie die Stimmbänder beruhigen und auf natürliche Weise den Speichelfluss anregen.

 

Tipps zur Vermeidung von Heiserkeit

Auch sonst kann im Alltag einiges getan werden, damit sich die Heiserkeit gar nicht erst einschleicht. Und das ist gar nicht so kompliziert, denn viele klassische Tipps für ein gesundes Leben halten auch die Stimme fit.

Wer ausreichend schläft, seine Stimmbänder mit viel Flüssigkeit geschmeidig hält, Zigaretten, Koffein und Alkohol meidet und entspannt in seiner eigenen, natürlichen Stimmlage spricht, hat schon viel getan, um die Stimmbänder zu schonen. Falls Sie häufiger unter Reflux oder Sodbrennen leiden, sollten Sie zusätzlich einen Bogen um besonders scharfe, fettige oder säurehaltige Gerichte machen, da aufsteigende Magensäure beim Aufstoßen die Stimmlippen irritieren kann. Und auch wenn es vielleicht nahe liegt – bitte nicht Flüstern oder Räuspern! Beides ist für den Körper unnatürlich und überanstrengt die Stimme zusätzlich. Zu guter Letzt hilft auch ein hoch erhobener Kopf, d. h. das Smartphone bitte nicht zwischen Ohr und Schulter einklemmen.

 

Die Stimme ist weg – und nun?

Ausführliche Tipps und viele praktische Hausmittel, die gerade bei erkältungsbedingter Heiserkeit Linderung versprechen, haben wir in separaten Artikeln für Sie zusammengestellt. Einen Extraratgeber für die Kleinsten, die besonders häufig unter grippalen Infekten mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit leiden, finden Sie hier.